Autismus als Bewegungsblindheit
Part 3: Entwicklungsstörung

Vermeiden ist eine gute Strategie, um die Unfähigkeit des Gehirns, Bewegungen zu verarbeiten, so zu kompensieren, dass die Spürbarkeit dieser Beeinträchtigung im Laufe der Entwicklung nachlässt. Langfristig hat diese Strategie jedoch den Nachteil beziehungsweise die unangenehme Folge, dass sich einem Autisten hierdurch Aspekte des Umfelds, insbesondere sind hier wichtige Aspekte des sozialen Miteinanders gemeint, infolge der Kompensation nicht erschließen (können).

Sinnesreize, deren Wahrnehmung vermieden werden muss, werden nicht verarbeitet. Das hat zur Folge, dass ein Betroffener eine Vielzahl an Perzepten, die für das soziale Miteinander von existenzieller Bedeutung sind, weder bilden kann noch wird. Diese Spätfolgen der Kompensation schlagen sich in einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung nieder, die häufig im Zusammenhang mit einer Autismus-Spektrum-Störung erwähnt wird.

Eine tiefgreifende Entwicklungsstörung ist eine psychische Störung. Ein hiervon Betroffener zeigt Beeinträchtigungen bei der Kommunikation und den sozialen Fähigkeiten und außerdem ein eingeschränktes Repertoire an Aktivitäten. Die Entwicklungsstörung wird bereits vor dem dritten Lebensjahr auffällig und ist entweder angeboren oder wird im frühesten Kindesalter erworben.

Einerseits ist es also ein Triumph, dass ein Autist die Bewegungsverarbeitungsproblematik derart erfolgreich kompensieren kann, dass sie mit der Zeit unmerklich wird. Andererseits bezahlt er für diese Form der Kompensation einen hohen Preis. Das ist die Krux einer Autismus-Spektrum-Störung.

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now