Autismus als Bewegungsblindheit
Part 1: Herleitung - Beispiele

Bewegungen sind Reize, die hauptsächlich visuell wahrgenommen werden. Möglicherweise stellen sie angesichts der Fakten, dass Autisten flackerndes Licht verabscheuen, weitestgehend auf Blickkontakt verzichten und ihnen im Allgemeinen nachgesagt wird, dass das Interesse an Mitmenschen nicht ausgeprägt ist, weil deren Verhalten nicht zwangsläufig dem einer Statue gleicht, die Ursache einer Autismus-Spektrum-Störung dar.

Das Gehirn eines Betroffenen scheint Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von Bewegungen zu haben. Das ist eine Problematik, die Autisten zu kompensieren scheinen, indem sie das bekannte Vermeidungsverhalten zeigen. So sehen manche Autisten beispielsweise bevorzugt in die Luft, während andere bevorzugt zu Boden sehen. Dieses Verhalten scheint das Gehirn zu entlasten, das im Fall ausbleibender Kompensation offensichtlich eine Reaktion zeigt, die - das kann ich aus Betroffenensicht bestätigen - äußerst unangenehm ist.

Flackerndes Licht zeigt am deutlichsten, was geschieht, wenn Kompensation versagt oder unmöglich ist. Ein Autist, der sich völlig unerwartet flackerndem Licht aussetzen, dieses wahrnehmen musste, wird infolge dieses Reizes - oft auch nur in diesem Zusammenhang - sehr wahrscheinlich von Vertigo berichten. Gerade bei erwachsenen Autisten ist dies häufig der Fall, und das auch nicht grundlos.

Eine Autismus-Spektrum-Störung ist angeboren. Die logische Konsequenz muss demzufolge lauten, dass die Unfähigkeit des Gehirns eines Betroffenen, Bewegungen zu verarbeiten, ebenfalls ein Problem ist, das von Geburt an besteht. Außerdem muss dies bedeuten, dass ein Problem, welches von Geburt an besteht, auch von Geburt an kompensiert wird. Das ist zwar nur eine Annahme meinerseits, der gegenwärtig keine empirischen Daten zugrunde liegen, die ich an dieser Stelle zitieren könnte. Für diese Annahme spricht aber, dass ein Betroffener seine Wahrnehmung, gemeint ist hier vordergründig die visuelle Wahrnehmung, im Laufe der Entwicklung derart an die Unfähigkeit des Gehirns anpasst, dass Vertigo nur noch im Ausnahmefall spürbar wird. Flackerndes Licht scheint eine solche Ausnahmesituation zu sein, in der Kompensation nur schwer beziehungsweise unmöglich ist.

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